Die FDP Ruhr hat auf ihrem Verbandstag 2025 im Deutschen Bergbau-Museum Bochum über die Chancen einer möglichen Olympiabewerbung für Rhein und Ruhr diskutiert. Unter dem Titel „Olympia an Rhein und Ruhr. Chancen für unsere Region“ debattierten hochkarätige Gäste aus Sport, Recht und Organisation über Perspektiven, Risiken und das langfristige Potential eines solchen Großprojekts für die Metropolregion.

Der stellvertretende Bezirksvorsitzende der FDP Ruhr, Léon Beck, moderierte die Diskussion und machte deutlich, dass es um mehr gehe als um ein reines Sportereignis. Olympia an Rhein und Ruhr könne ein gemeinsames Zukunftsprojekt für die gesamte Region werden, wirtschaftlich, infrastrukturell und gesellschaftlich. Dies unterstrich auch FDP-Bezirksvorsitzender Ralf Witzel in seinem Grußwort.

Auf dem Podium diskutierten Stephan Brause, Leiter der Stabsstelle Olympiabewerbung des Deutschen Olympischen Sportbundes, Christof Wieschemann, Anwalt des Jahres 2025 im Sportrecht, Sabine Braun, fünffache Olympiateilnehmerin, sowie Jolina Ernst, Nachwuchs-Athletin des TV Wattenscheid 01.

Stephan Brause erläuterte das neue, nachhaltiger ausgerichtete Bewerbungsmodell des DOSB und die Anforderungen an mögliche Bewerberregionen. Dabei betonte er seine neutrale Rolle im bundesweiten Auswahlprozess und legte sich nicht auf einen Standort fest. Zugleich verwies er auf die besonderen Stärken der Region mit ihrer polyzentrischen Struktur und der vorhandenen Infrastruktur sowie auf die Bedeutung breiter gesellschaftlicher Unterstützung.

Christof Wieschemann betonte die Bedeutung klarer rechtlicher und organisatorischer Strukturen, von Transparenz und früher Bürgerbeteiligung, um Kostenrisiken zu begrenzen und Akzeptanz zu sichern. Sabine Braun warb für nachhaltige Investitionen in den Breiten und Nachwuchssport und unterstrich die Bedeutung eines langfristigen sportlichen Vermächtnisses. Jolina Ernst machte deutlich, dass Olympia für viele junge Athletinnen und Athleten weiterhin ein großer Traum sei, gleichzeitig aber moderne Förderbedingungen und Mitgestaltung immer wichtiger würden.

In der Schlussrunde bestand Einigkeit, dass eine Olympiabewerbung für 2036, 2040 oder 2044 eine große Chance für Rhein und Ruhr sein kann, wenn sie realistisch, transparent und nachhaltig angelegt wird. Jetzt brauche es klare politische Weichenstellungen in Nordrhein-Westfalen, um diese Chance nicht zu verpassen.

Nach einer lebhaften Diskussion mit Wortmeldungen aus dem Publikum klang der Abend bei einem Empfang der FDP-Fraktion im Ruhrparlament im Deutschen Bergbau-Museum aus. Die FDP Ruhr will die Impulse aus der Veranstaltung in ihre weitere politische Arbeit einbringen.